Die Angst vor Sex kann eine enorme Belastung darstellen – sowohl für den Betroffenen als auch für den Partner. Doch du kannst etwas dagegen unternehmen.

Wie sich die Angst vor Sex nach einem schweren Trauma entwickeln kann

Sex gilt für die meisten Menschen als schönste Nebensache der Welt, doch nicht so für Männer und Frauen, die unter einer Angst vor Sex leiden.

Die Angst vor Sex, auch bekannt als Genophobie oder Coitophobie, ist die Angst vor dem Geschlechtsverkehr. Menschen mit dieser Angst können, oftmals aufgrund von negativen Erfahrungen, Angst vor allen sexuellen Handlungen oder nur vor dem Geschlechtsverkehr selbst haben. Und da Stress und Angst natürliche Gegenspieler von Lust und Spaß ist, haben Betroffene oftmals auch Schwierigkeiten, das Thema zu genießen, selbst, wenn sie ihre Angst einmal überwinden.

Der Begriff Genophobie wird manchmal gleichbedeutend mit Erotophobie oder der Angst vor Sex verwendet, aber die beiden Zustände sind tatsächlich unterschiedlich. Die Genophobie beschreibt speziell die Angst vor dem Geschlechtsakt, während die Erotophobie ganz allgemein alle Ängste beschreibt, die mit Sexualität und Intimität zu tun haben.

In diesem Artikel erfährst du,

  • in welchen Formen sich die Angst vor Sex ausdrücken kann,
  • welche Gründe einer Angst vor Sex zugrunde liegen können,
  • wie sich die Angst auf die Beziehung zwischen Mann und Frau auswirken kann,
  • sowie Tipps für Betroffene, mit den Ängsten umzugehen und sie zu überwinden.
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Über mich

Hallo,

mein Name ist Andreas und ich bin 44 Jahre alt. Ich litt jahrelang unter einer Angststörung mit Panikattacken, Depressionen und Zwangsverhalten.

Falls Du mehr über mich erfahren möchtest und was mir persönlich am meisten geholfen hat, kannst Du das hier nachlesen.

Symptome: wenn es mehr als nur ein kleines bisschen Angst ist

Bei Phobien geht es um eine ausgeprägtere Reaktion als nur darum, etwas nicht zu mögen oder Angst vor etwas zu haben. Laut Definition sind Phobien mit intensiver Furcht oder Angst verbunden. Sie verursachen körperliche und psychische Reaktionen, die in der Regel das normale Funktionieren beeinträchtigen.

Diese Angstreaktion wird durch das Ereignis oder die Situation ausgelöst, die eine Person fürchtet.

Typische phobische Reaktionen sind:

  • ein unmittelbares Gefühl der Angst, Beklemmung und Panik, wenn man der Quelle der Phobie ausgesetzt ist oder auch nur an die Quelle denkt (in diesem Fall Gedanken an eine solche sexuelle Begegnung)
  • die Einsicht, dass die Angst atypisch und extrem ist, aber gleichzeitig die Unfähigkeit, sie zu minimieren
  • eine Verschlimmerung der Symptome, wenn der Auslöser nicht beseitigt wird
  • die Abneigung oder das Vermeiden der Situation, die die Angstreaktion auslöst
  • Übelkeit, Schwindel, Atembeschwerden, Herzklopfen oder Schweißausbrüche, wenn du dem Auslöser ausgesetzt bist

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Ursachen

Zwar gibt es nicht die eine Ursache , doch wie alle Phobien entwickelt sich auch die Sexualangst, also die Angst vor Sex, am ehesten nach einem schweren Trauma. Vergewaltigung und Belästigung sind die häufigsten Auslöser für Genophobie, aber auch kulturelle Erziehung und religiöse Lehren können das Risiko für diese Angst erhöhen (1). Die Angst vor Sex ist manchmal mit Unsicherheiten oder Problemen mit dem Selbstbild (z.B. Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, geringes Selbstwertgefühl) sowie mit medizinischen Bedenken verbunden. Außerdem tritt die Angst vor Sex manchmal unabhängig von erkennbaren Ursachen auf.

Vergewaltigungs-Trauma-Syndrom

Vergewaltigung

Eine Vergewaltigung ist eine fundamentale Verletzung des Körpers und des Geistes des Opfers. Nach einer Vergewaltigung erleben fast alle Betroffenen eine intensive psychologische Reaktion. Obwohl nicht jeder auf die gleiche Weise reagiert, folgen die meisten Menschen einem grob organisierten dreistufigen Weg.

Eine Möglichkeit, den Weg vom akuten Trauma über die Neuorganisation bis hin zur Bewältigung zu beschreiben, ist das Vergewaltigungstrauma-Syndrom. Ähnlich wie die posttraumatische Belastungsstörung erhöht das Vergewaltigungstrauma-Syndrom das Risiko für die Entwicklung verwandter psychischer Erkrankungen dramatisch (2).

Phobien treten am häufigsten in der sogenannten Reorganisationsphase auf, wenn die Opfer versuchen, ihr Leben wieder aufzubauen, obwohl die Phobien jederzeit auftreten können. Der Weg durch das Vergewaltigungstrauma-Syndrom ist sehr persönlich und es kann Monate bis Jahre dauern, bis es vollständig überwunden ist.

Kulturelle und religiöse Ängste

Religion

Wenn du einer religiösen oder kulturellen Gruppe angehörst, in der Geschlechtsverkehr verpönt ist, deutet die Tatsache, dass du diesen Lehren folgst, nicht unbedingt auf eine Phobie hin. Phobien können sich jedoch entwickeln, wenn Menschen von einer Glaubensrichtung und ihren Praktiken zu einer anderen wechseln. Hinterlassene Schuldgefühle, Sorgen, Selbstzweifel oder die Angst, mit den alten Gewohnheiten zu brechen, können das Risiko für Phobien erhöhen.

Leistungsangst

Erektionsprobleme

Viele Menschen, vor allem sexuell unerfahrene, befürchten, dass sie einem Partner nicht gefallen können (3). Bei Männern kann sich das beispielsweise darin äußern, dass sie Angst haben, keine Erektion zu bekommen oder dass sie befürchten, dass die Frau während des Geschlechtsverkehrs nicht zum Höhepunkt kommt.

Obwohl diese Ängste vorm Versagen in der Regel eher gering ausgeprägt und nicht so stark einschränkend sind, können sie dennoch in einigen Fällen schwerwiegender sein. In manchen Fällen kann sich aus der Leistungsangst eine Angst vor Sex entwickeln.

Lesetipp: Angst vor sexuellem Versagen

Angst vor Krankheiten

Krankheiten Sex

Geschlechtsverkehr birgt das Risiko zahlreicher Krankheiten, einschließlich HIV. Die meisten Menschen sind in der Lage, dieses Risiko richtig einzuschätzen und damit umzugehen, indem sie Vorsichtsmaßnahmen wie Kondome, Monogamie und Tests auf Geschlechtskrankheiten anwenden, um das Risiko auf ein persönlich akzeptables Niveau zu senken.

Wenn du unter Nosophobie, Hypochondrie, Cyberchondrie, Mysophobie oder einer anderen verwandten Störung leidest, bist du vielleicht nicht in der Lage, die Risiken und Vorteile logisch abzuwägen. Du hast vielleicht das Gefühl, dass Sex gefährlich ist und es sich nicht lohnt, auch nur ein kleines Risiko einer Infektion einzugehen. Außerdem haben manche Menschen Angst, dass Sex schmerzhaft sein könnte.

Medizinische Bedenken

Medizinische Bedenken

Ängste, die auf berechtigten medizinischen Bedenken beruhen, gelten nicht als Phobien, solange das Ausmaß der Angst im Verhältnis zur Situation steht. Zahlreiche Krankheiten, von Erektionsstörungen bis hin zu einigen Herzkrankheiten, machen sexuelle Aktivitäten schwierig, unmöglich oder sogar potenziell gefährlich. Vorsicht und sogar Angst können in diesen Situationen angebracht sein.

Manche Menschen entwickeln jedoch Ängste, die in keinem Verhältnis zum Risiko stehen. Wenn dein Arzt dir zum Beispiel erlaubt hat, nach einem Herzinfarkt zu normalen Aktivitäten zurückzukehren, ist es normal, dass du vor deinem ersten sexuellen Erlebnis nach dem Infarkt etwas Angst hast. Ein völliger Verzicht auf sexuelle Aktivitäten wäre in dieser Situation jedoch eine eher unverhältnismäßige Reaktion.

Befolge immer den Rat deines Arztes oder deiner Ärztin, wenn du mit einer Krankheit zu kämpfen hast, und suche Hilfe, wenn dir die Angst ungewöhnlich stark oder lang anhaltend erscheint.

Angst vor Schmerzen

Die Angst vor Schmerzen ist ein häufiges Hindernis, das Menschen daran hindert, sich beim Sex vollständig zu entspannen und genießen. Tatsächlich haben auch viele Frauen Schmerzen beim Sex

Diese Angst kann aber auch andere Ursachen haben und ist oft eng mit der Angst vor dem Unbekannten verbunden. 

Eine der ersten Schritte, um die Angst vor Schmerzen zu überwinden, ist die Kommunikation. Sprich offen und ehrlich mit deinem Partner oder deiner Partnerin über deine Ängste und Sorgen. Offene Gespräche können dabei helfen, Vertrauen aufzubauen und Missverständnisse zu vermeiden. Dein Partner kann dich unterstützen und gemeinsam könnt ihr Lösungen finden, um eventuelle Schmerzen zu minimieren.

Außerdem kann das Vorspiel eine wichtige Rolle dabei spielen, die Angst vor Schmerzen zu lindern. Ausreichende Erregung und Entspannung vor dem eigentlichen Geschlechtsverkehr können dazu beitragen, dass der Körper besser auf sexuelle Aktivitäten vorbereitet ist und weniger Schmerzen auftreten.

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Behandlung: die richtige Therapie

Die Angst vor Sex wird üblicherweise von Sexualtherapeuten behandelt. Das sind Fachleute aus dem Bereich der psychischen Gesundheit, die eine fortgeschrittene Ausbildung und Zertifizierung in sexuellen Fragen haben. Die meisten Fälle von Sexualangst können jedoch auch von herkömmlichen Therapeuten im Rahmen einer Psychotherapie behandelt werden, die keine zusätzliche Zertifizierung haben. Auch Gespräche mit Freunden oder anderen Vertrauenspersonen können hilfreich sein. Außerdem sollten diejenigen, die beim Geschlechtsverkehr Schmerzen oder andere medizinische Probleme haben, einen Arzt oder eine Ärztin um Rat fragen.

Die Angst vor Sex zu bekämpfen ist nie einfach. Viele Menschen schämen sich und trauen sich nicht, über eine so persönliche Phobie zu sprechen. Doch die Behandlung ist in der Regel erfolgreich und die Erfolge sind den schwierigen und oft emotional schmerzhaften Prozess auf jeden Fall wert.

Bewältigung: wie Menschen mit der Angst vor Sex leben können

Sex ist ein wichtiger Aspekt des menschlichen Daseins, und Angst vor Sex kann verheerende Auswirkungen auf die Betroffenen haben. Manchmal ist es auch nicht unbedingt die Angst vor dem Sex an sich, sondern die Angst vor dem Kontakt, der intimen Begegnung, die Angst vor körperlicher Nähe oder der Scham, seine Zuneigung zum Partner zum Ausdruck zu bringen.

Manche Menschen entscheiden sich für ein asexuelles Leben und finden Sinn und Erfüllung außerhalb der sexuellen Erfahrung. Diejenigen, die sich aus Angst für Asexualität entscheiden, fühlen sich jedoch oft unerfüllt und einsam. Meiner Meinung nach ist die Angst vor Sex kein Grund, auf Sex komplett verzichten zu müssen.

Die Sexangst kann auch romantische Beziehungen zerstören, vor allem, wenn dein Partner ein anderes Interesse an Sex hat als du selbst. Wenn du das Gefühl hast, dass du unter Angst vor Sex leidest, kann es hilfreich sein, mit einem Therapeuten deines Vertrauens zu sprechen.

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