Antidepressiva und Alkohol seien keine gute Kombination, hört man immer wieder. Doch was ist dran, was passiert in unserem Körper und welche Gefahr droht?
Depression ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, die aus schulmedizinischer Sicht durch eine Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie behandelt wird.
Antidepressiva sind kein Wundermittel, wirken nicht bei jedem und ihre Einnahme ist mit gewissen Risiken und gerade zu Beginn der Therapie mit teils starken Antidepressiva-Nebenwirkungen verbunden. Dennoch helfen Antidepressiva vielen Menschen, gerade solchen Betroffenen mit schwerer Depression.
Viele Leute fragen sich, ob Antidepressiva und Alkohol gemeinsam eingenommen werden dürfen bzw. ob man Alkohol trinken darf, während man unter einer medikamentösen Therapie mit Antidepressiva steht. Tatsächlich ist diese Kombination keine gute Idee, denn Alkoholkonsum während der Einnahme von Psychopharmaka kann eine Reihe von Problemen mit sich bringen. Diese reichen von schwereren Nebenwirkungen bis hin zur Abhängigkeit. Die Kombination kann sogar tödlich enden.
Deswegen wird niemals empfohlen, während der Einnahme von Antidepressiva Alkohol zu trinken.
Falls es Dir schwer fallen sollte, mit dem Trinken aufzuhören, solltest Du unbedingt mit Deinem Arzt darüber sprechen und Dir professionelle Unterstützung suchen.
Über mich
Hallo,
mein Name ist Andreas und ich bin 44 Jahre alt. Ich litt jahrelang unter einer Angststörung mit Panikattacken, Depressionen und Zwangsverhalten.
Falls Du mehr über mich erfahren möchtest und was mir persönlich am meisten geholfen hat, kannst Du das hier nachlesen.
Die Wirkung von Antidepressiva und Alkohol
Antidepressiva können bei der Behandlung Deiner Depressionen hilfreich und wirksam sein, indem sie in unseren Neurotransmitter-Stoffwechsel eingreifen. Wenn Du ein Medikament findest, das Deine Symptome lindert und Dir dabei hilft, das Leben wieder zu genießen, ist das eine tolle Sache.
Aber lass‘ Dich dadurch nicht in falscher Sicherheit wiegen. Wenn es einem besser geht, steigt die Lust auf Unternehmungen und auf Geselligkeit mit anderen Menschen. Da vergisst man schnell, dass man beim Thema Alkohol aufpassen muss. Schließlich war das früher ja auch kein Problem gewesen.
Die Frage, ob Antidepressiva und Alkohol gefährlich sind, kann man also getrost mit Ja beantworten. Hierbei muss man gar nicht auf die schwierige Diskussion über mögliche bleibende Schäden durch Antidepressiva eingehen.
Nur weil Deine Depression besser ist, bedeutet dass nicht, dass Du jetzt gefahrlos Alkohol trinken kannst. Doch was passiert eigentlich genau, welche Risiken lauern und welche Folgen kann die Kombination von Antidepressiva und Alkohol haben?
Hier findest Du sind 7 Gründe, warum Du Alkohol und Antidepressiva nicht gemeinsam einnehmen solltest.
Achtung: Aufgrund der langen Halbwertszeit von Antidepressiva macht es auch keinen Sinn, die Antidepressiva morgens einzunehmen und dann zu glauben, am Abend Alkohol trinken zu können.
Lesetipps: Alkohol und Schlafmittel, Alkohol und Depression
1. Alkohol ist keine Lösung zur Bewältigung von Depressionen.
Auch wenn Du das womöglich nicht wahrhaben möchtest, aber Alkohol kann die Symptome einer Depression tatsächlich verschlimmern. Es erhöht einerseits die Wahrscheinlichkeit, erneut in eine depressive Episode zu rutschen; andererseits verschlimmert es die Schwere, wenn man sich bereits in einer depressiven Episode befindet.
Das bedeutet, Alkohol kann einen Rückfall auslösen selbst oder gerade dann, wenn Du Deine Depression gerade unter Kontrolle ist.
Deswegen ist der Konsum von Alkohol – ganz unabhängig davon, ob Du zur Therapie Antidepressiva einnimmst oder nicht – kontraproduktiv und richtet auf Dauer nur noch mehr Schaden an. Selbst dann, wenn Du Alkohol nicht vorrangig dazu verwendest, um den Problemen aus dem Alltag zu entfliehen.
Alkohol und Drogen: Flucht aus der Realität?
Viele Menschen nehmen Alkohol oder Drogen, um ihre negativen Gefühlen, ihre schlechte Laune, Stress, Angstzustände und traumatischen Erinnerungen zu bewältigen. Oder besser gesagt, um diesen zu entfliehen.
Das ist riskant, nicht nur, weil Alkoholkonsum auf diese Weise zur Sucht führen kann, sondern auch, weil er die eigentlichen Ursachen und Probleme nicht angeht, sondern nur verdrängt.
Solche Patienten müssen – z.B. im Rahmen einer Therapie – erst wieder lernen, sich ihren (negativen) Gefühlen und Stimmungen zu stellen und gesunde Bewältigungsstrategien zu erlernen. Nur so können sie ihre Depression langfristig in den Griff bekommen.
Was ich jedem mal raten würde, auszuprobieren
Ein persönlicher TippIch habe sehr gute Erfahrungen mit CBD-Öl gemacht. Es entspannt und beruhigt mich und hat mir sogar dabei geholfen, von meinen Antidepressiva loszukommen. Ich habe hierzu auch einen eigenen Erfahrungsbericht geschrieben, den Du hier nachlesen kannst.
Andreas
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2. Das Risiko, eine Sucht oder einen Substanzmissbrauch zu entwickeln, ist für Depressive stark erhöht
Das bedeutet im Klartext: Jemand, der mit einer Depression lebt, hat ein deutlich höheres Risiko, eine Abhängigkeit von Alkohol zu entwickeln (Alkoholmissbrauch). Diese Gefahr bezieht sich nicht alleine auf Alkohol, sondern ganz allgemein auf Substanzen: seien es Alkohol, Medikamente oder gar Drogen.
Genauer gesagt: Experten zufolge ist das Risiko doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Depression. Das bedeutet nicht, dass Du automatisch sofort süchtig wirst, nur weil Du mal Alkohol trinkst. Aber das Risiko dafür, dass dieser Fall eintritt, ist eben erheblich erhöht.
Und es lohnt sich nicht, das Risiko einzugehen. Denn wenn zu einer Depression noch ein Suchtproblem dazu kommt, wird die Therapie gleich mal um einiges schwieriger.
Therapie von Depressionen und Alkoholsucht deutlich schwieriger.
Das gleichzeitige Auftreten von psychischen Erkrankungen wie Depressionen mit Alkoholmissbrauch, Drogen- oder Medikamentensucht kommt nicht selten vor und gestaltet sich als problematisch. Diese Kombination der beiden Diagnosen, quasi ein depressiver Alkoholiker, ist zwar behandelbar, aber das Management einer solchen Doppeldiagnose ist gleich mal um ein Vielfaches schwieriger.
Wenn Du also Alkohol trinkst und dadurch eine Abhängigkeit entwickeln solltest, dann wird es schwieriger,
- die Symptome der Depression in Schach zu halten kontrollieren,
- die Häufigkeit der Episoden zu reduzieren
- und das Trinken einzustellen oder zumindest zu mäßigen.
Wenn Du sowohl unter einer Alkoholabhängigkeit als auch unter einer Depression leidest, dann erfordert das in der Regel eine intensivere und längerfristigere Therapie.
3. Das Risiko für (stärkere) Nebenwirkungen steigt
Es gibt verschiedene Klassen von antidepressiven Medikamenten. Doch kein Antidepressivum kommt komplett ohne Nebenwirkungen aus. Einige Nebenwirkungen sind nur sehr unangenehm, andere sogar schwerwiegend. Alkoholkonsum kann einige dieser Nebenwirkungen verstärken und verschlimmern. Die gängigste Klasse von Antidepressiva sind die sogenannten Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRIs). Obwohl diese Arzneimittel weniger Nebenwirkungen verursachen als andere Arten von Antidepressiva, können SSRIs folgende Nebenwirkungen verursachen
- Kopfschmerzen
- Schlaflosigkeit
- Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen
- Übelkeit und Durchfall
- Sexuelle Dysfunktion (lies‘ hierzu auch den Artikel Libidosteigerung bei Antidepressiva-Einnahme)
- Gewichtszunahme
- Störungen der Blutgerinnung
Wechselwirkungen
Mit einigen Medikamenten gibt es Wechselwirkungen mit SSRIs in der Art, dass die Nebenwirkungen verstärkt werden. Kommt dann noch zusätzlich Alkohol ins Spiel, können die Nebenwirkungen noch weiter zunehmen. Einige der Nebenwirkungen sind gefährlich und schädlich für Deine Gesundheit.
Viele Patienten neigen in diesem Fall dazu, das Antidepressivum voreilig und zu schnell abzusetzen. In solchen Fällen ist dann ein Rückfall in die Depression fast schon vorprogrammiert.
Anstatt zum Alkohol zu greifen, mache lieber eine Therapie
Wenn Du Antidepressiva einnimmst, hast Du dich ja bereits in ärztliche Behandlung begeben. Wenn Du dich jedoch dem Alkohol zuwendest oder auch nur darüber nachdenkst, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass Du eine intensivere Therapie benötigst. Eine stationäre Behandlung von Depressionen in einer Klinik wäre eine mögliche Option, welche Dir helfen könnte, eine problematische Trinkgewohnheiten in den Griff zu bekommen.
Eine intensivere Therapie kann Dich auch schneller und besser dabei unterstützen, effektive Strategien zum Umgang mit Deiner Depression zu erlernen.
Antidepressiva sind nützlich, aber sie sind nicht die Wunderwaffe als alleinige Lösung für Depressionen. Du brauchst womöglich immer noch eine (Psycho-)Therapie, gesunde Bewältigungsstrategien, einen gesunden Lebensstil und soziale Unterstützung, um mit dieser chronischen psychischen Krankheit gut leben zu können.
4. Antidepressiva und Alkohol beeinflussen das Denken und das Urteilsvermögen
Die Kombination von Alkohol und Antidepressiva, man spricht hier auch von Mischkonsum, trübt das Denken und Urteilsvermögen, und das kann riskant sein.
Bereits Alkohol ohne zusätzliche Medikamente führt dazu, dass unser Urteilsvermögen leidet und wir in der Folge schlechtere Entscheidungen treffen. Einige Patienten neigen im Alkoholrausch gar zu selbstzerstörerischem Verhalten.
In Kombination mit Antidepressiva werden diese Auswirkungen des Trinkens noch verstärkt. Mit anderen Worten: Du verträgst höchstwahrscheinlich weniger Alkohol und bist schneller als üblich betrunken.
5. Die Kombination macht müde
Ein weiterer Effekt von übermäßigem Alkoholkonsum ist Müdigkeit und Schläfrigkeit. Auch dies wird durch die Kombination von Antidepressiva mit Alkohol noch zusätzlich verstärkt.
Beide Substanzen haben eine sedierende Wirkung und verlangsamen das zentrale Nervensystem. Sie bewirken, dass man sich müde und schläfrig fühlt und haben eine schlechte Koordinationsfähigkeit zur Folge (Taumeln, Torkeln, Lallen). Die konzentrierte Wirkung beider Substanzen kann deswegen verstärkt zu Unfällen und Verletzungen führen.
6. Hoher Blutdruck durch MAO-Hemmer und Alkohol
Monoamino-Oxidase-Hemmer, oder kurz MAO-Hemmer, sind Antidepressiva, die nicht sehr häufig verwendet werden. Sie können schwere Nebenwirkungen verursachen und sogar tödliche Wechselwirkungen mit bestimmten Lebensmitteln und anderen Medikamenten auslösen.
Es ist daher unwahrscheinlich, dass Dir ein MAOI verschrieben wurde, es sei denn, andere Antidepressiva und Behandlungen haben bei Dir nicht gewirkt und Dein Arzt glaubt, dass der Nutzen die Risiken überwiegt.
MAO-Antidepressiva und Alkohol tödlich bereits bei kleinen Mengen
Wenn Du einen MAO-Hemmer einnehmen solltest, ist es sehr riskant, Alkohol zu trinken. Denn MAO-Hemmer erhöhen den Spiegel einer bestimmten Aminosäure, Tyramin, im Körper. Zu viel Tyramin kann zu gefährlichen Blutdruckspitzen führen.
Jedes Nahrungsmittel oder Getränk, das ebenfalls den Tyramin-Spiegel erhöht, verschlimmert dieses Problem und kann in der Kombination sogar tödlich sein. Dazu gehört auch Alkohol. Deswegen solltest Du auf keinen Fall, wirklich niemals, auch nur eine kleine Menge Alkohol trinken, wenn Du einen MAO-Hemmer einnehmen solltest.
7. Alkoholkonsum während der Einnahme von Antidepressiva kann tödlich sein
Dies ist natürlich ganz offensichtlich der allerwichtigste Grund, während der Einnahme von Antidepressiva auf Alkohol zu verzichten. Hier sind drei mögliche Szenarien, welche zum Worst Case führen können:
- Der hohe Blutdruck, der durch das Trinken unter MAO-Hemmern verursacht wird, kann potenziell tödlich sein.
- Durch Alkohol verstärkte Nebenwirkungen oder verstärkte Beeinträchtigungen (man ist schneller betrunken) können zu tödlichen Gesundheitsproblemen, Alkoholvergiftungen oder Unfällen führen.
- Alkohol kann auch Selbstmordgedanken verstärken. Bei Depressionen besteht bereits ein gewisses Selbstmordrisiko. Alkohol verschlimmert die Depression, so dass Dein Risiko, Selbstmordgedanken zu haben oder gar Suizid zu begehen, steigt.
Du könntest somit an der Kombination von Alkohol mit Antidepressiva sterben. Alkoholkonsum bei Depressionen ist dieses Risiko nicht wert.
Fazit: Alkohol und Antidepressiva sollten nicht gemischt werden
Trinken mag sich für den Moment gut anfühlen, aber es verschlimmert das Problem einer Depression nur, insbesondere wenn Du Antidepressiva oder andere Psychopharmaka einnimmst.
Verwenden Alkohol deswegen nicht als vermeintlich schnelle Lösung. Suche Dir stattdessen Unterstützung von Fachleuten, die wissen, wie sie Dir helfen können. Die Behandlung einer Depression ist nie wirklich abgeschlossen, und ein Aufenthalt in einer Klinik kann viele Vorteile bieten, insbesondere bei der Änderung Deines Trinkverhaltens.
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Die Dokumentarfilmerin Liz Wieskerstrauch dreht eine Reportage über Menschen mit Medikamentensucht. Sie sucht noch nach Betroffenen, die sie zwei Tage in ihrem Leben begleiten kann.
Falls du also von deinen Benzodiazepinen (oder auch anderen Psychopharmaka) nicht mehr loskommst, obwohl dein eigentliches Problem gar nicht mehr da zu sein scheint, und du Interesse hast, dass sie dich zwei Tage begleitet, dann kannst du dich bei ihr unter liz@wieskerstrauch.com melden.
Das Projekt hat nichts direkt mit mir zu tun. Aber ich helfe hier gerne bei der „Vermittlung“.
CBD: eine Alternative
Während meiner persönlichen Leidenszeit, als ich noch selbst unter Depressionen und Angststörungen gelitten hatte, probierte ich viele pflanzliche Mittel aus, um von meinen Antidepressiva loszukommen. Ob Lasea (Lavendelöl), Johanniskraut, Baldrian oder homöopathische Mittel wie Neurexan – ich hatte schon alles probiert, bis ich schließlich auf CBD-Öl gestoßen bin, was bei mir letztlich den Durchbruch gebracht hatte.
Meinen Bericht, wie ich auf CBD gestoßen bin und wie es bei mir wirkte, kannst Du hier nachlesen.
Schnelle Hilfe?
Falls du Selbstmordgedanken hast und akut Hilfe brauchst: Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge (0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222) sind rund um die Uhr für dich erreichbar.
Weitere Hilfsangebote findest du hier.
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