Was ist eine Trypophobie und wie entsteht sie? Hier findest du weitere Informationen zu Ursachen, Symptomen, Behandlung und mehr zum Thema.
Die Trypophobie, manchmal auch als Löcher-Phobie benannt, ist eine Abneigung oder Angst vor Ansammlungen von kleinen Löchern, Beulen, Mustern, Rissen oder auch Blasen. Sie wird aus diesem Grund auch „Kaffeeblasen-Phobie“ genannt.
Wenn Betroffene diese Art von Anhäufungen sehen, erleben sie Symptome von Ekel oder Angst. Beispiele für Objekte, die eine Angstreaktion auslösen können, sind Samenkapseln oder eine Nahaufnahme der Poren einer Person. In diesem Artikel erfährst du mehr zu Symptomen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Trypophobie.
Unter Forschern ist umstritten, ob es sich bei Trypophobie um eine echte Erkrankung handelt (1). Erste Berichte über Trypophobie wurden 2005 in einem Online-Forum beschrieben, aber sie wurde in der fünften Ausgabe des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders der American Psychiatric Association nicht als eigene Diagnose anerkannt (2).
Obwohl sie im DSM-5 nicht aufgeführt ist, würde Trypophobie unter die weit gefasste Klassifizierung spezifischer Phobien fallen, solange die Symptome anhaltend und exzessiv sind und zu erheblichen Beeinträchtigungen oder Belastungen führen.

Über mich
Hallo,
mein Name ist Andreas und ich bin 44 Jahre alt. Ich litt jahrelang unter einer Angststörung mit Panikattacken, Depressionen und Zwangsverhalten.
Falls Du mehr über mich erfahren möchtest und was mir persönlich am meisten geholfen hat, kannst Du das hier nachlesen.
Was ist Trypophobie (Löcher-Phobie)?
Trypophobie wird oft als „Angst vor Löchern“ beschrieben, aber es ist wichtig zu wissen, dass sie sich auch auf Beulen oder verschiedene Muster beziehen kann, die eng aneinander liegen. Wenn Menschen auslösende Objekte sehen, erleben sie Symptome wie starke Angst, Übelkeit, Juckreiz, Schweißausbrüche, Zittern und sogar Panikattacken (1). Angst ist ein häufiges Symptom, aber Ekel wird oft als das überwältigendste Gefühl beschrieben, das Menschen mit dieser Phobie empfinden.
Die Trypophobie ist auch stark visuell geprägt (1). Schon der Anblick von bestimmten Bildern oder einer entsprechenden Anzeige im Internet oder in Printmedien reicht aus, um Gefühle der Abscheu oder Angst auszulösen. Dieses Phänomen kommt auch bei anderen Phobien wie der Thalassophobie vor und kann bei Trypophobikern ein typisches Symptom sein. Schon ein Foto von beispielsweise einer Loch-Ansammlung kann dabei Unbehagen auslösen.
Fallbericht und Begriffsursprung
Ein Fallbericht veranschaulicht, wie sich die Trypophobie häufig darstellt (2): Die Patientin, ein zwölfjähriges Mädchen, fühlte sich unwohl, wenn sie auf Oberflächen und Gegenstände mit Löchern oder Punkten traf oder Fotos von diesen sah. Als sie gebeten wurde, ein Bild von ihrer Angst zu zeichnen, füllte sie ein Papier mit einem sich wiederholenden Muster aus geballten, runden Punkten.
Woher der Begriff der Trypophobie selbst kommt, ist nicht eindeutig belegt – es wird einerseits angenommen, dass eine irische Bloggerin 2005 diesen Namen geprägt hat, auf der anderen Seite besagen verschiedene Quellen, dass im Jahr 2009 ein New Yorker Student es für eine Website zum Thema erdacht hat.
Wie verbreitet ist Trypophobie bei Menschen?
Obwohl die Prävalenz nicht bekannt ist, deuten einige Untersuchungen darauf hin, dass Trypophobie recht häufig vorkommt. Eine Studie aus dem Jahr 2013, die in der Zeitschrift Psychological Science veröffentlicht wurde, ergab, dass 16% der Teilnehmer Ekel oder Unbehagen empfanden, wenn sie das Bild einer Lotussamenkapsel sahen, welche ein Bestandteil der Pflanze Indische Lotosblume ist (3).
Was ich jedem mal raten würde, auszuprobieren
Ein persönlicher TippIch habe sehr gute Erfahrungen mit CBD-Öl gemacht. Es entspannt und beruhigt mich und hat mir sogar dabei geholfen, von meinen Antidepressiva loszukommen. Ich habe hierzu auch einen eigenen Erfahrungsbericht geschrieben, den Du hier nachlesen kannst.
Andreas
Online-Tests
Häufige Auslöser für Trypophobie
Die Forschung zur Trypophobie ist noch relativ rar, aber einige der beobachteten auslösenden Objekte sind (4):
- Luftpolsterfolie
- Luftblasen
- Kondenswasser
- Korallen
- Obstsamen
- Löcher in krankem oder faulendem Fruchtfleisch
- Löcher oder Beulen im Fleisch
- Honigwaben
- Insektenaugen
- Lotus-Samenschoten
- Granatäpfel
- Schwämme
- Erdbeeren
Von Menschen gemachte Muster und Strukturen sowie Tiere mit geflecktem oder gemustertem Fell können ebenfalls eine phobische Reaktion auslösen.
Symptome der Löcher-Phobie
Die Symptome dieser Erkrankung ähneln denen anderer spezifischer Phobien. Nach dem Anblick von kleinen Löchern oder Beulen, egal ob in Person oder auf einem Bild, leiden die Betroffenen oft unter (5):
- Emotionalem Stress
- Angst und Beklemmung
- Gefühlen der Abscheu
- Gänsehaut
- Juckreiz
- Übelkeit oder ein Übelkeitsgefühl
- Panikattacken
- Schnelles Atmen
- Zittern
- Schwitzen
- Erbrechen (6)
Die Löcher-Phobie (Trypophobie) kann zu Symptomen führen, die mit Angst, Ekel oder beidem zusammenhängen, obwohl Untersuchungen darauf hindeuten, dass die Betroffenen eher Ekel als Angst empfinden (1).
Zusätzlich zu den Symptomen wie Angst und Ekel kommt es bei Menschen mit Trypophobie häufig auch zu Verhaltensänderungen. Die Vermeidung von auslösenden Objekten ist zum Beispiel eine solche übliche Veränderung. Die Betroffenen vermeiden es dabei unter anderem, bestimmte Lebensmittel und Getränke zu essen und zu trinken (z. B. Erdbeeren, Schokolade oder Wasser mit Kohlensäure) oder bestimmte Orte aufzusuchen (z. B. einen Raum mit gepunkteter Tapete).
Ursachen
Die Forschung zur Trypophobie (Löcher-Phobie) ist noch recht begrenzt, aber es gibt einige Theorien zu den Ursachen und woher dieses Phänomen kommen könnte:
Evolutionäre Ursachen
Eine der populärsten Theorien besagt, dass Trypophobie eine evolutionäre Reaktion auf Dinge ist, die mit Krankheiten oder Gefahren in Verbindung gebracht werden (7). Kranke Haut, Parasiten und andere infektiöse Krankheiten können zum Beispiel durch solche Löcher oder Beulen gekennzeichnet sein.
Diese Theorie legt daher nahe, dass diese Phobie eine evolutionäre Grundlage hat. Sie stimmt auch mit der Tendenz überein, dass Menschen mit Trypophobie mehr Ekel als Angst empfinden, wenn sie ein auslösendes Objekt sehen.
Assoziationen mit gefährlichen Tieren
Eine andere Theorie besagt, dass die Knäuellöcher ähnlich aussehen wie die Haut- und Fellmuster einiger giftiger Tiere, wie zum Beispiel bei Schlangen oder Spinnen. Menschen fürchten diese Muster möglicherweise aufgrund unbewusster Assoziationen.
Es gibt einige Untersuchungen, die diese Idee unterstützen. In einer Studie aus dem Jahr 2013 wurde untersucht, wie Menschen mit Trypophobie im Vergleich zu Menschen ohne Trypophobie auf bestimmte Reize reagieren (3). Beim Anblick einer Bienenwabe (ein häufiges Trypophobie-Objekt) denken Menschen ohne Trypophobie sofort an Dinge wie Honig oder Bienen. Ein Trypophobiker dagegen empfindet bei diesem Anblick vor allem Ekel oder auch Angst.
Die Forscher glauben, dass Menschen mit Trypophobie den Anblick einer Honigwabe unbewusst mit gefährlichen Organismen assoziieren, die dieselben grundlegenden visuellen Merkmale aufweisen, wie zum Beispiel Klapperschlangen. Auch wenn sie sich dieser Assoziation nicht bewusst sind, kann sie dazu führen, dass sie Gefühle von Ekel oder Angst empfinden.
Assoziationen mit ansteckenden Krankheitserregern
Eine Studie aus dem Jahr 2017 ergab, dass Teilnehmer dazu neigten, Lochmuster mit durch die Haut übertragenen Krankheitserregern zu assoziieren. Die Studienteilnehmer berichteten von Gefühlen wie Hautjucken und Hautkrabbeln, wenn sie solche Muster sahen (7).
Ekel oder Angst vor potenziellen Bedrohungen ist eine adaptive evolutionäre Reaktion. In vielen Fällen helfen uns diese Gefühle, uns vor Gefahren zu schützen. Im Fall der Trypophobie glauben die Forscher, dass es sich um eine übersteigerte und übertriebene Form dieser normalerweise adaptiven Reaktion handelt.
Eine Reaktion auf visuelle Merkmale
Einige Untersuchungen legen nahe, dass das Unbehagen, das Menschen empfinden, eher mit den visuellen Merkmalen der Muster selbst zu tun hat.
Eine in der Fachzeitschrift Psychological Reports veröffentlichte Studie ergab, dass Menschen beim Betrachten von trypophobischen Mustern zwar Unbehagen empfinden, dieses aber eher mit den visuellen Mustern selbst als mit Assoziationen zu gefährlichen Tieren zusammenhängt (1). Diese Daten und Ergebnisse werfen die Frage auf, ob Trypophobie überhaupt eine Phobie ist oder einfach eine natürliche Reaktion auf bestimmte Arten von visuellen Reizen.
Verbindungen zu anderen Störungen
Forscherinnen und Forscher haben auch herausgefunden, dass Menschen mit Trypophobie häufiger unter Angstsymptomen und Depressionen leiden (1). Es wurde auch festgestellt, dass die Symptome der Trypophobie anhaltend sind und zu funktionalen Beeinträchtigungen im täglichen Leben führen. Die Symptome erfüllten am ehesten die DSM-5-Diagnosekriterien für spezifische Phobien und nicht für andere Erkrankungen wie Zwangsstörungen.
Behandlungen
Es gibt keine spezifische Behandlung für die Löcher-Phobie, die sich als besonders wirksam bei der Behandlung dieser Erkrankung erwiesen hat (6). Viele der Behandlungen, die bei anderen spezifischen Phobien und Stimmungsstörungen eingesetzt werden, sind jedoch wahrscheinlich auch hilfreich bei der Reduzierung der Symptome (8).
Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
Bei der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) arbeitet man mit einem Therapeuten daran, die zugrundeliegenden Gedanken und Verhaltensweisen zu ändern, die zur Trypophobie beitragen können. Dazu kann es gehören, unrealistische Gedanken zu besprechen, diese durch realistischere zu ersetzen und dann das Verhalten zu ändern. Die CBT kann auch beinhalten, dass man sich schrittweise den gefürchteten Dingen oder Situationen aussetzt, um die Reaktionen darauf zu verringern und die Verarbeitung dieser Ängste fördern (9).
Einer der Gründe, warum Menschen unter Phobie Symptomen leiden, ist, dass sie oft glauben, das Angstobjekt sei von Natur aus gefährlich oder bedrohlich. Das führt zu negativen automatischen Gedanken, sobald sie der Quelle ihrer Angst begegnen (6).
Expositionstherapie
Bei der Expositionstherapie, einer Form der CBT, wird eine Person schrittweise ihrem Angstobjekt ausgesetzt, in der Hoffnung, dass die Angstsymptome mit der Zeit abnehmen. Dieser Prozess wird in der Regel schrittweise durchgeführt. Eine Person kann damit beginnen, sich vorzustellen, wovor sie sich fürchtet, dann Bilder des Angstobjekts zu betrachten und schließlich in die Nähe des Angstobjekts zu kommen oder es sogar zu berühren.
Im Fall von Trypophobie kann eine Person mit Symptomen auch damit beginnen, einfach die Augen zu schließen und sich etwas wie eine Bienenwabe oder eine Samenkapsel vorzustellen. Das macht sie so lange, bis die Symptome abklingen. Sobald der Betroffene in der Lage ist, sich das Objekt ohne eine Reaktion vorzustellen, geht er zum nächsten Schritt über, bei dem er sich oft ein Bild des Objekts ansieht, das normalerweise die Symptome auslöst (6).
Durch die CBT arbeiten die Menschen daran, ihre oft irrationalen Überzeugungen und negativen Gedanken durch positivere und realistischere zu ersetzen. Mit der Expositionstherapie können die Patienten möglicherweise einem Objekt begegnen, ohne übermäßigen Ekel, Angst oder Furcht zu empfinden.
Entspannungstechniken
Verschiedene Entspannungsstrategien können ebenfalls hilfreich sein, um Ekel-, Angst- oder Beklemmungsgefühle zu reduzieren. Visualisierung, tiefe Atmung und progressive Muskelentspannung sind einige der Strategien, die dir helfen können. Du findest hierzu im Internet viele verschiedene Inhalte zum Thema oder auch Kurse und Gruppen an deiner Volkshochschule vor Ort oder bei darauf spezialisierten Anbietern.
Bei der Visualisierung stellst du dir beruhigende Bilder oder Situationen vor. Eine Person mit Trypophobie könnte versuchen, sich einen schönen Sonnenuntergang oder eine Blumenwiese vorzustellen, wenn sie etwas mit winzigen Löchern sieht.
Auch eine einfache Ablenkung kann eine nützliche Bewältigungstechnik sein. Wenn du etwas siehst, das deine Trypophobie auslöst, kannst du einfach wegschauen und dir etwas anderes suchen, an das du denken oder das du anschauen kannst, bis deine Symptome nachlassen.
Hier kannst du deinen Interessen entsprechend die passende Entspannungs- oder Bewältigungsmethode für dich finden, indem du diese in Ruhe für dich ausprobierst.
Medikamente
Manchmal werden Antidepressiva oder Medikamente gegen Angstzustände verschrieben, vor allem wenn die betroffene Person auch unter Depressionen oder Angstzuständen leidet. Dazu gehören zum Beispiel selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), Benzodiazepine oder Betablocker (8). Diese Medikamente können allein eingesetzt werden, werden aber oft in Verbindung mit einem anderen Behandlungsansatz wie CBT oder anderen Arten von Psychotherapie verwendet.
Sprich vor der Anwendung und Nutzung solcher Medikamente auf jeden Fall mit deinem Arzt und lass dir von diesem weitere Informationen geben, was hier die passende Lösung für dich sein könnte.
Mein Fazit
Obwohl die Trypophobie, die umgangssprachlich auch einfach nur Löcher-Phobie genannt wird, im Internet schon ausgiebig diskutiert wurde, ist man sich in der Welt der Psychologie immer noch uneinig darüber, ob es sich um eine echte Phobie und damit eine Angststörung handelt. Im Diagnostischen und Statistischen Handbuch Psychischer Störungen (DSM-5) der American Psychiatric Association ist sie derzeit nicht anerkannt.
Es bedarf darum weiterer Forschung, um die Art der Erkrankung, ihre Häufigkeit und ihre Behandlung zu bestimmen. Glücklicherweise können die meisten Betroffenen mit Hilfe von Therapien, Medikamenten und Selbsthilfetechniken Linderung finden.
Wie immer gibt es auch hier kein allgemeingültiges Rezept für jeden, doch dir stehen zahlreiche tolle Hilfswerkzeuge zur Verfügung, um deine psychische Gesundheit zu stärken und deine Phobie in den Griff zu bekommen.
War dieser Beitrag hilfreich?
Doku von Arte zum Thema Medikamentensucht
Die Dokumentarfilmerin Liz Wieskerstrauch dreht eine Reportage über Menschen mit Medikamentensucht. Sie sucht noch nach Betroffenen, die sie zwei Tage in ihrem Leben begleiten kann.
Falls du also von deinen Benzodiazepinen (oder auch anderen Psychopharmaka) nicht mehr loskommst, obwohl dein eigentliches Problem gar nicht mehr da zu sein scheint, und du Interesse hast, dass sie dich zwei Tage begleitet, dann kannst du dich bei ihr unter liz@wieskerstrauch.com melden.
Das Projekt hat nichts direkt mit mir zu tun. Aber ich helfe hier gerne bei der „Vermittlung“.
CBD: eine Alternative
Während meiner persönlichen Leidenszeit, als ich noch selbst unter Depressionen und Angststörungen gelitten hatte, probierte ich viele pflanzliche Mittel aus, um von meinen Antidepressiva loszukommen. Ob Lasea (Lavendelöl), Johanniskraut, Baldrian oder homöopathische Mittel wie Neurexan – ich hatte schon alles probiert, bis ich schließlich auf CBD-Öl gestoßen bin, was bei mir letztlich den Durchbruch gebracht hatte.
Meinen Bericht, wie ich auf CBD gestoßen bin und wie es bei mir wirkte, kannst Du hier nachlesen.
Schnelle Hilfe?
Falls du Selbstmordgedanken hast und akut Hilfe brauchst: Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge (0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222) sind rund um die Uhr für dich erreichbar.
Weitere Hilfsangebote findest du hier.
Am einfachsten schreibst du mir per WhatsApp. Du kannst mir aber auch gerne in diesem Formular eine Nachricht hinterlassen.
Newsletter
Trage hier deine E-Mail ein und bleibe auf dem Laufenden. Du erhältst bei neuen Artikel eine Benachrichtigung per Mail.
Meine Empfehlungen
Alle Produkte habe ich selbst an mir getestet und für extrem hilfreich empfunden.
CBD-Vital 10%
Swiss FX 10%
Flow Neuroscience