Venlafaxin ist ein häufig verschriebenes Antidepressivum. Doch Stimmen über eine Schädlichkeit des Medikaments häufen sich – zu Recht? Was soll ich jetzt tun?
Venlafaxin ist ein häufig verschriebenes Antidepressivum. Doch Stimmen über eine Schädlichkeit des Medikaments häufen sich – zu Recht? Was soll ich jetzt tun?
Venlafaxin ist ein Medikament, welches sehr häufig bei Depressionen und Angststörungen verschrieben wird. Es gehört zur Gruppe der sogenannten Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs). Es hemmt also nicht nur die Aufnahme von Serotonin, sondern auch die des Neurotransmitters Noradrenalin.
Kann Venlafaxin zu bleibenden Langzeitschäden führen?
Diese Frage habe ich mir auch immer gestellt, bei jedem Antidepressivum, welches ich eingenommen habe. Kann ich durch xxx Langzeitschäden bekommen, die nie mehr ausheilen werden?
Die Frage, ob es durch Venlafaxin zu Langzeitschäden kommen kann, ist nicht einfach zu beantworten, denn Studien hierzu sind rar. Und dann stellt sich auch noch die Frage, welche Langzeitnebenwirkungen, die möglicherweise ein paar Monate oder Jahre anhalten, als Langzeitschäden oder nur als vorübergehende Langzeit-Nebenwirkungen einzuordnen sind.
Aber fangen wir in diesem Artikel vielleicht mal mit dem Offensichtlichen und am weitesten Verbreiteten an: Antidepressiva machen zwar nicht so süchtig wie Benzodiazepine (z.B. Tavor oder Valium), aber dennoch fällt es den Betroffenen schwer, von Antidepressiva wieder loszukommen.
Weitere Infos zu möglichen Langzeitfolgen findest du in meinem Artikel über Langzeitschäden durch Antidepressiva.
Über mich
Hallo,
mein Name ist Andreas und ich bin 44 Jahre alt. Ich litt jahrelang unter einer Angststörung mit Panikattacken, Depressionen und Zwangsverhalten.
Falls Du mehr über mich erfahren möchtest und was mir persönlich am meisten geholfen hat, kannst Du das hier nachlesen.
Machen Antidepressiva abhängig?
Frägt man seinen Arzt, ob Antidepressiva abhängig machen, bekommt man aller Voraussicht nach – ich schätze mal zu 99% – die Antwort “Nein” zu hören, obwohl viele Patienten über die Abhängigkeit von verschiedenen Medikamenten, einschließlich Venlafaxin, berichten.
Nun, ich war selbst schon einmal abhängig von Tavor gewesen, das ist ein Benzodiazepin, was sehr schnell abhängig macht. Und ja, Tavor macht im Vergleich zu Antidepressiva viel schneller abhängig, man muss recht schnell immer mehr nehmen, um die gleiche Wirkung zu erhalten und der Entzug ist äußert schwierig und langwierig.
Im Vergleich dazu ist das Abhängigkeitspotential von Antidepressiva viel geringer, aber dennoch: auch bei Antidepressiva kommt es über die Jahre zu Gewohnheitseffekten, so dass sie weniger wirksam sind. Und es ist ebenfalls sehr schwierig, von Antidepressiva wieder loszukommen. Die Absetzsymptome von Antidepressiva sind zwar nicht so stark ausgeprägt wie die von Benzodiazepinen, aber – was ja ähnlich schlimm ist – bei den meisten Betroffenen, die ihre Antidepressiva abgesetzt haben, kommt es recht schnell innerhalb von einigen Monaten zu einem sogenannten Rebound-Phänomen, was im Prinzip einem Rückfall in die alte Depressionen gleicht.
Deswegen müssen auch Antidepressiva sehr lange und vorsichtig abgesetzt bzw. ausgeschlichen werden, manchmal sogar über Jahre. Das hängt von der Dosis und der Anwendungsdauer ab, ist aber auch individuell von Person zu Person unterschiedlich.
In der Folge gibt es Menschen, die über Jahre und jahrzehntelang ihre Medikamente weiter nehmen müssen, obwohl es ihnen in der Zwischenzeit eigentlich viel besser geht. Und dennoch führt ein Absetzen mindestens wieder zur alten Symptomatik.
Aber es gibt auch Fälle, wo das Absetzen der Antidepressiva zu erheblichen langwierigen und schwerwiegenden Absetzsymptomen führt.
Langfristige Absetzsymptome beim Absetzen von Venlafaxin
Für Venlafaxin liest man immer wieder von Fällen, bei denen das Absetzen zu schwerwiegenden und langwierigen Absetzbeschwerden führt wie das Beispiel aus meinem Artikel “Venlafaxin hat mein Leben zerstört”.
Venlafaxin wird im Körper zu seinem aktiven Metaboliten O-Desmethyl-Venlafaxin metabolisiert, was eine wichtige Rolle bei der Wirksamkeit und den Nebenwirkungen des Medikaments spielt.
Doch handelt es sich hierbei um Einzelfälle oder führt die Einnahme von Venlafaxin bzw. der Abbruch der Einnahme wirklich öfters zu solch anhaltenden Problemen?
Im Artikel “Venlafaxine – Long Term Adverse Effects” ist von folgenden Störungen die Rede:
Ein Betroffener, der nur 6 Monate lang Venlafaxin (Efexor XL, 75 mg/Tag) erhielt, berichtete [beim Absetzen von Venlafaxin] über Kopfschmerzen und damit zusammenhängende Symptome, die so stark waren, dass sie ein normales Funktionieren verhinderten. Ein Absetzen war nicht möglich, die Medikation wurde nach einem Zeitplan für den schrittweisen Abbau wieder aufgenommen.
Einen Monat später berichtet der Betroffene immer noch von plötzlichen Episoden von Übelkeit, vorübergehender Abgeschlagenheit, Herzklopfen, Zittern, Schwitzen und Unruhe.
Es gibt eine Fülle von Literatur über die akuten und chronischen Nebenwirkungen des Absetzens von Venlafaxin, darunter Übelkeit, Gedächtnisverlust, Tinnitus, veränderte Schlafmuster, Verdauungsstörungen und Tremor (Zittern).
Chronische Schmerzen
Ein weiterer Patient berichtet hier von chronischen Schmerzen, die nach dem Absetzen von Venlafaxin einsetzen.
Was ich jedem mal raten würde, auszuprobieren
Ein persönlicher TippIch habe sehr gute Erfahrungen mit CBD-Öl gemacht. Es entspannt und beruhigt mich und hat mir sogar dabei geholfen, von meinen Antidepressiva loszukommen. Ich habe hierzu auch einen eigenen Erfahrungsbericht geschrieben, den Du hier nachlesen kannst.
Andreas
Online-Tests
Hirnschäden als Nebenwirkungen durch Venlafaxin
Eine etwas gewagtere These wird in dem Artikel “Effexor side effects include brain damage” von dem Psychologen Gary Greenberg aufgestellt, der die Wirkung von Venlafaxin und anderen Antidepressiva auf den Gehirnstoffwechsel untersucht. Er meint damit, dass es durch Venlafaxin und andere Antidepressiva zu Störungen des Gehirnstoffwechsels kommt. Er spricht auch vom Schrumpfen von Gehirnzellen sowie davon, dass Gehirnzellen eine abnormale Korkenzieherform annähmen.
Diese Behauptungen sind natürlich nicht unstrittig und es ist sehr schwierig nachzuvollziehen, ob die Gehirnzellen tatsächlich schrumpfen oder ihre Form verändern.
Viel eher nachvollziehbar finde ich, dass es seit dem Einsatz von Antidepressiva viel häufiger zu chronischen Depressionen kommt.
Kann es also sein, dass Antidepressiva kurzfristig zwar helfen, aber langfristig die ganze Sache noch schlimmer machen? Nicht auszuschließen finde ich.
Was soll ich jetzt tun?
Bei aller Angst davor, durch Venlafaxin oder andere Antidepressiva wie der Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer oder MAO-Hemmer einen langfristigen Schaden zu bekommen – es hilft jetzt nichts, alles über den Zaun zu brechen.
Denn das Dümmste, was man jetzt tun könnte, wäre, vor lauter Angst jetzt relativ schnell die Einnahme von Venlafaxin bzw. anderer Antidepressiva zu stoppen. Denn durch ein schnelles Absetzen erhöht sich erst die Gefahr, an langwierigen Absetzsymptomen zu erkranken.
Viel mehr halte ich es wichtig, erst einmal andere Optionen zur Behandlung in Erwägung zu ziehen: Ernährung, Psychotherapie, Änderungen im Lebensstil etc. Erstes Ziel sollte sein, das eigene Befinden nochmals deutlich zu verbessern, so dass man eine gute Ausgangsbasis für ein langsames erfolgreiches Absetzen von Venlafaxin hat.
Vielen Patienten hilft auch die Einnahme von CBD-Öl, um die Absetzsymptome in den Griff zu bekommen. Mir persönlich hat der natürliche Wirkstoff CBD gut gegen meine Depression und meine Angststörung geholfen.
Lesetipp: Langzeitfolgen und Langzeitschäden von Pregabalin
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Doku von Arte zum Thema Medikamentensucht
Die Dokumentarfilmerin Liz Wieskerstrauch dreht eine Reportage über Menschen mit Medikamentensucht. Sie sucht noch nach Betroffenen, die sie zwei Tage in ihrem Leben begleiten kann.
Falls du also von deinen Benzodiazepinen (oder auch anderen Psychopharmaka) nicht mehr loskommst, obwohl dein eigentliches Problem gar nicht mehr da zu sein scheint, und du Interesse hast, dass sie dich zwei Tage begleitet, dann kannst du dich bei ihr unter liz@wieskerstrauch.com melden.
Das Projekt hat nichts direkt mit mir zu tun. Aber ich helfe hier gerne bei der „Vermittlung“.
CBD: eine Alternative
Während meiner persönlichen Leidenszeit, als ich noch selbst unter Depressionen und Angststörungen gelitten hatte, probierte ich viele pflanzliche Mittel aus, um von meinen Antidepressiva loszukommen. Ob Lasea (Lavendelöl), Johanniskraut, Baldrian oder homöopathische Mittel wie Neurexan – ich hatte schon alles probiert, bis ich schließlich auf CBD-Öl gestoßen bin, was bei mir letztlich den Durchbruch gebracht hatte.
Meinen Bericht, wie ich auf CBD gestoßen bin und wie es bei mir wirkte, kannst Du hier nachlesen.
Schnelle Hilfe?
Falls du Selbstmordgedanken hast und akut Hilfe brauchst: Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge (0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222) sind rund um die Uhr für dich erreichbar.
Weitere Hilfsangebote findest du hier.
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